Santos Diaz hat heute 4 Hektar Kaffeeanbaufläche. Er wurde am 27.11.1949 in Andahuyalas im Hochland Perus als Santos Diaz Maitan geboren. Er hat sieben Geschwister, von denen heute noch vier leben. Seine Eltern hatten ebenfalls einer Finca und bauten Qinoa, ein Getreide aus den Anden, sowie Kartoffeln und Bohnen an. Santos Diaz ist verheiratet, katholisch und hat acht Kinder, von denen fünf in Lima und drei in Miguel Grau leben.

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Santos Dias beim Düngen von kleinen…

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… und großen Pflanzen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er besuchte die Grundschule in Andahuyalas und ging danach mit 15 Jahren allein nach Villa Rica um dort im Kaffeeanbau zu arbeiten. 1970 ließ er sich vom Staat vier Hektar unberührten Dschungels überschreiben, rodete ihn und baute seinen ersten Kaffee an.

Als im Jahr 1988 die kommunistische Guerilla des Sendero Luminoso stärker wurde und auch die Landbesitzer in Miguel Grau bedrohte, verkaufte er sein Grundstück um im Tal in Yurinaki, dem nächstgelegenen Ort mit Polizeistation, einen Gemüseladen zu kaufen. Der Umsatz ging dann durch die immer stärker werdende Krise, die der Sendero Luminoso auslöste, zurück und endete schließlich in der Pleite. Als Landarbeiter in der heimatlichen Umgebung sicherte er sein Überleben.

1994 kehrte er nach Miguel Grau zurück. Mit der finanziellen Hilfe eines Schwagers, sowie seiner Nachbarn und Kinder konnte er sich wieder vier Hektar Kaffeeland kaufen und begann wieder von vorn, Kaffee anzubauen.

Er kultiviert die Arabica Varietäten Tipica, Caturra, Catimor und Costa Rica auf seinem Land.

Alles was er über Kaffee weiß, hat er in über 40 Jahren Kaffeeanbau gelernt.

Er gehört heute zu den Kaffeebauern mit dem hochwertigsten Kaffee in der Asociación.sb 30

 

Sein Leben widmet er ausschließlich dem Kaffeeanbau – und seiner Familie. Urlaub und Hobbys sind völlig unbekannt für ihn, genauso wie ein Motorrad oder gar ein Auto. Altersvorsorge oder Krankenversicherung sind ebenso Fremdworte

In der Erntezeit benötigt er Hilfe von Kaffeepflückern. In der letzten Hochpreisphase des Kaffees 2010, 2011 konnte er sich aus den guten Einnahmen von dem Kaffeeanbau ein Haus bauen. Ein Haus – aus eigenem Plantagenholz für ihn und seine Familie. Mit Hilfe eines Bauschreiners besteht auch das komplette Inventar- ausgenommen des Herdes – aus diesem Plantagenholz.

Seit zwei Jahren hat er Elektrizität wie auch eine eigene Kaffeeaufbereitungsanlage.

Das ist alles, was er besitzt!