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Liebe Kaffeefreunde

Den letzten Newsletter erhielten Sie zur Ernte 2014. Seitdem hat sich wieder einiges getan. Wir haben unseren ersten Container nach Deutschland verschifft und einige von Ihnen haben unseren Kaffee bereits in Ihrem Sortiment. Der Kaffee hat sehr gute Bewertungen erhalten und das Preis-Leistungsverhältnis scheint für beide Parteien sehr zufriedenstellend gewesen zu sein.

Der Kaffee ist weitgehendst verkauft und für die Asociación ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Guter Preis für gute Qualität.

Aber wie kam es dazu?

Im Grano de Oro Newsletter 3 berichte ich zu diesen Themen:

  • Lessons learned beim ersten Export unseres Kaffees
  • Mein Besuch in Deutschland im November und Dezember 2014
  • Kurzinformationen

Außerdem berichten wir auf unserer Facebook Seite Asociación de Productores Grano de Oro Miguel Grau immer wieder über aktuelle Tagesgeschehnisse aus dem Dorf Miguel Grau in Peru/Chanchamayo.

Auf der deutschen Homepage von Walter Knauer www.peru-kaffee.de ist eine umfangreiche Sammlung unserer Materialien und mehr Hintergrundinformationen zu finden.

Aus diesen beiden Quellen können Sie sich jeder Zeit ein Bild über unsere Asociación de Agricultores Grano de Oro Miguel Grau machen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit unserem Newsletter auch weiterhin einen konkreten Einblick in die Situation und das Leben der Menschen geben kann, die Ihnen und Ihren Kunden den hochwertigen peruanischen Kaffee liefern.

Saludos de Peru

Ihr Michael Scherff
Gerente
Asociación de Agricultores Grano de Oro Miguel Grau

  • Lessons learned beim ersten Export unseres Kaffees

Alle Arbeiten im Zusammenhang mit der Ernte liefen gut und reibungslos ab. Allerdings wurde es in den letzten Tagen vor dem Abtransport nach Lima etwas hektisch. Die insgesamt fast 8 Tonnen mussten zusammengetragen werden, die Säcke für den Transport zugenäht, und der LKW am Abend vor der Abfahrt beladen werden. Dann ging es an einem Montagmorgen um 4:00 Uhr früh noch im Dunkeln los, zur Sicherheit bin ich mit meinem Auto hinter dem LKW hergefahren. Hinter dem Pass mit 4200 Metern Höhe wurden wir an einer Kontrollstelle der Steuerbehörde angehalten, die sich, aufgrund eines kleinen Formfehlers in unserem Transportdokument, 50 Sack Kaffee (ca. ein Drittel unseres Kaffees) einbehielt und in der nahegelegenen Stadt La Oroya in der Hochebene der Anden einlagerte. Dadurch brauchten wir zwei Tage länger, mussten eine saftige Strafe zahlen und die vorher konfiszierten 50 Sack mussten separat transportiert werden. Wir haben so unser Lehrgeld bezahlt. Mit der letzten Lieferung unseres Kaffees sind wir dann, viel zu spät, angekommen und haben es, mit sehr viel Glück, rechtzeitig geschafft den Kaffee in der Fabrik, wo der Kaffee geschält wurde, abzuliefern.

Juana Condori näht einen Kaffeesack zu
Edgar Montes erholt sich.                                       …unser Kaffee auf dem Weg zum ersten Paß

 

Die nächsten beiden Tage waren wir dann damit beschäftigt, Verwaltungsgänge zu erledigen und nach einem LKW für den Transport von La Oroya nach Lima zu suchen. Dann war es endlich soweit und unser Kaffee war vom Pergamino befreit, wurde maschinell sehr genau nach Größe, Farbe und Qualität sortiert und in unsere eigenen Säcke abgefüllt.
Am Hafen angekommen, hatten wir durch die bisherigen Verspätungen das erste bereits gebuchte Schiff verpasst. Nachdem wir dann, als Organisation, die zum ersten Mal Kaffee exportiert, genauesten Kontrollen unterzogen wurden, verpassten wir dann auch das zweite Schiff. Letztendlich ist der Kaffee eine Woche zu spät, aber mit allen korrekten Papieren, aus Lima abgegangen. Wir waren alle erleichtert und froh, aber auch erschöpft von den Anstrengungen und den Herausforderungen die wir so schnell hintereinander meistern mussten. Ohne den glänzenden Teamgeist und grenzenlosen Einsatz und Willensstärke aller, hätten wir das nicht geschafft. Wir haben enorm viel gelernt in dieser kurzen Zeit und können unser Wissen bei dem nächsten Export in 2015 anwenden.

       Die letzte Kaffeeprobe in La Oroya                             Der Container mit unserem Kaffee beladen

Für die Bauern hat sich dieser erste Export sehr gelohnt, sie haben für den Exportkaffee einen wesentlich besseren Preis bekommen als vor Ort möglich gewesen wäre. Sie waren alle sehr glücklich als sie das abgezählte Bargeld endlich in Händen hielten

Mit diesem Export ein langersehnter Traum in Erfüllung gegangen!

  • Mein Besuch in Deutschland im November und Dezember 2014

Wie in jedem Jahr, seitdem wir in Peru leben, waren wir auch 2014 wieder auf Heimatbesuch in Deutschland. Allerdings haben meine Frau und ich dabei noch nie so viel mit Kaffee zu tun gehabt.
Wir haben insgesamt zwölf Röstereien besucht und sind erstaunt und beeindruckt welche Vielfalt an Röst-Philosophien und Präsentationsformen Ihre Kaffees und Röstereien haben. Wir haben in den Gesprächen mit Ihnen viel gelernt, unterschiedlichste Anforderungen aufgenommen.
Wir waren in Berlin, in Köln, in Bonn und im Großraum München, bis Passau unterwegs.
Ihr Feedback zu unserem Kaffee war durch die Bank positiv. Wir hatten Gespräche über beeindruckende Abnahmemengen für die Ernte 2015 und haben auch Ihre Wünsche bezüglich der Chargen bis hin zur einzelnen Finca entgegengenommen.

Einige Röster wollen unsere kleine Asociación im Andendschungel von Peru/Chanchamayo im Juni besuchen. Die Reise-Planungen für den Besuch der Fincas sowie eine für ein kleines Rahmenprogram eines Besuches von Cusco und Machu Picchu laufen bereits.

Mein Besuch und das direkte Gespräch mit Ihnen sind für uns in Peru sehr wichtig und waren aus unserer Sicht ein voller Erfolg.

Wir sind sehr stolz, dass wir direkt erfahren konnten, dass unser Konzept von hoher Qualität, fairem Preis und sozialer Verantwortung bei Ihnen angekommen ist und Sie sowohl unseren Kaffee als auch unser Konzept schätzen.
Vees

Hier wird ein Sack Kaffee persönlich ausgeliefert 

  • Kurzinformation

Mitte Februar wird uns Walter Knauer einen Zwischenkredit für die Bauern geben, um größere Sonderausgaben wie die Einschulung der Kinder oder den Einkauf von biologischem Guano Dünger zu bewerkstelligen. Da dieser Kredit in Exportkaffee zurückbezahlt wird, sichert er auch die größere Exportmenge ab, die wir in diesem Jahr liefern werden. Des Weiteren wird der Asociación im Februar eine staatliche Unterstützung zugeteilt (Agroideas), die die Bauern nur mit 20 % Eigenanteil tragen müssen. Von diesem Geld wird in 2015 die Bio Zertifizierung bezahlt, sowie ein Agraringenieur, der bei der Qualitätsverbesserung hilft. Auch werden für jeden Teilnehmer Kaffeepflanzen für je einen Hektar gekauft. Diese Unterstützung wird auch im nächsten Jahr fortgeführt. All das wird uns helfen den Ertrag und die Qualität zu steigern, sodass Sie weiterhin zufrieden mit uns sind.

 

Die Tochter von Eliaz Diaz ist stolz auf den Kaffeeexport

Ich hoffe, daß ich Ihnen mit dem dritten Newsletter weiterhin interessante Informationen geben konnte. Wir hoffen, dass diejenigen, die unseren Kaffee schon verkaufen, die Informationen vielleicht auch Ihren Kunden zukommen lassen.

 

Über jede Anregung freue ich mich sehr:agranodeoromg@outlook.com oder über Facebook Asociacion de Productores Grano de Oro Miguel Grau.