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Nestor Quispe auf seiner Finca mit Weitblick

Nestor Quispe hat eine Plantage von 11 Hektar. Nach dem ersten Jahr der Kaffeerostkrise tragen nun 3,5 Hektar Kaffee. Er hat einen großen Teil seiner Kaffeepflanzen verloren. In diesem Jahr wird er einen Hektar Kaffeesetzlinge neu pflanzen.

Nestor Wilfredo Quispe Romero wurde am 08.10.1961 in Miguel Grau geboren und katholisch getauft. Er gehört zur zweiten Generation der Kolonisatoren. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Ortskern von Miguel Grau.

Nestor selbst hat fünf Geschwister unter denen die Finca seines Vaters aufgeteilt wurde. Heute lebt er mit zwei Geschwistern in Miguel Grau.

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Der Trockenplatz vor Nestors Finca

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Nestor besuchte die Grundschule in Miguel Grau und die weiterführende Schule in Huancayo. Nach der Schulausbildung kam er nach Miguel Grau zurück und absolvierte bei der staatlichen Ausbildungsorganisation Setpro eine zweijährige Ausbildung im Kaffeeanbau. Darüber hinaus hat er eine Ausbildung in organischem Kaffeeanbau der Kooperative La Florida aus La Merced gemacht, in der er Mitglied war. Ebenso war ihm die Ausbildung zur Verwaltung einer „Finca“ wichtig. Das lernte er auch bei der Kooperative La Florida. Nestor hat eine umfangreiche differenzierte Ausbildung für den Kaffeeanbau besucht und ist auf dem neuesten Stand des Wissens.

Nestor Quispe hat 1,5 Hektar der Varietät Catuai und zwei Hektar Caturra. Die gesamte Kaffeeaufbereitung besorgt eine Aufbereitungsanlage in der Nachbarschaft. Sein Kaffee gehört mit zu den besten der Asociación.

Nestor Quispe war in seiner alten Kooperative La Florida im Aufsichtsgremium, in das die Mitglieder für drei Jahre gewählt werden. Dieses Gremium überwacht die Arbeit des Managements der Kooperative.

Im Jahr 1992, als Guerillakämpfer des Sendero Luminoso das Dorf Miguel Grau terrorisierten, ist Nestor für ein halbes Jahr nach Yurinaki gegangen, weil auch sein Leben bedroht war. Diese Zeit ist das einschneidenste Erlebnis in seinem Leben.

Er erinnert sich genau an die Stille als er zurückkam, da nur noch wenige Menschen und keine Tiere mehr in Miguel Grau waren.

Ein Neuanfang war nötig. Er begann, das Haus aufzuräumen, die überwucherten Kaffeesträucher vom Unkraut zu befreien und wieder Hühner, Meerschweinchen und Hunde nach Miguel Grau zu bringen. Nach dem Ausfall einer Ernte brauchte er ein weiteres Jahr, um seine Finca wieder normal führen zu können. Diese zwei Jahre musste er von Ersparnissen leben.

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Aus dem Holz der Schattenbäume wurde das Haus gebaut

Das schönste positive Ereignis in den letzten Jahren waren die guten Ernteeinnahmen in 2010 und 2011. Von diesem Geld hat er sich ein neues Haus direkt im Ort gebaut.