Die Lage der Bauern ist existenzbedrohend.

2014.03.30 1112

Der Kaffeepreis ist durch den Wettbewerb am internationalen Markt immer unter extremen Druck. Bezahlen muss es letztlich dann auch der peruanische Kleinbauer.

In den Jahren 1999 bis 2004 lag der Kaffeepreis zum Teil wegen Überproduktion unter den Produktionskosten mit schwerwiegenden finanziellen Auswirkungen für die Bauern.

Ein gesunder Kaffeebaum braucht drei Jahre bis zum ersten Ertrag. Es ist nahezu unmöglich, bei schlechten Kaffeepreisen einfach auf ertragreichere Pflanzen, wie z.B. Gemüseanbau, umzusteigen. Es steckt einfach viel Arbeit, Kapital und Zeit in den Bäumen.

Dazu kam im letzten Jahr ein Pilzbefall (Kaffee-Rost). Immer wiedert muss daher mit Ernteausfällen bis zu 30% gerechnet werden. Die Kleinbauern sind nur bedingt in der Lage eigene qualitätsverbessernde Maßnahmen umzusetzen und die Produktivität zu verbessern.

Die Kleinbauern kämpfen tapfer, aber es fehlt ihnen an strategischem Denken und Handeln.

Sie benötigen hier dringend Hilfe damit mehr Ertrag/Hektar realisiert werden kann.

Ebenso dringend benötigen sie Unterstützung für neue Wege in der Vermarktung ihres Kaffees.

Dies erfordert Langzeitdenken und Durchhaltevermögen, denn früher oder später steigen die Preise mit Sicherheit wieder.

Auch professionell geführte Farmen müssen in schlechten Zeiten sparen. Es kann sogar so weit kommen, dass ganz auf die Produktion verzichtet werden muss. Arabica-Bäume werden dann gestammt, das heißt, alle Stämme werden am Baumrumpf abgesägt. Danach brauchen die Bäume weniger Dünger und müssen eine Zeit lang nicht geschnitten werden. In den Folgejahren werden wieder junge Stämme herangezogen. Weil die Bäume rund zwei Jahre keinen Ertrag abwerfen, muss auch kein Geld für das Pflücken ausgegeben werden. Somit werden die Kosten minimiert und zugleich die Bäume auf gute Zeiten vorbereitet.

Bei schlechten Kaffeepreisen sparen alle Kaffeebauern auf der Welt an Dünger, Pflege usw. Dadurch sinkt die Weltproduktion Jahr für Jahr, wodurch der Preis wieder langsam steigt.

Im Idealfall sind beim Preisanstieg wieder produktionsfähige Stämme auf dem Feld . Im zweiten bis fünften Altersjahr produzieren die Kaffeesträucher am meisten Kaffee. Hatte man die Bäume vor zwei Jahren gestammt, kann man beim Preisanstieg wieder mit vollem Ertrag in die Produktion einsteigen.

sb 14

Ausblick vom Dorf über die Andenhänge in Richtung Amazo

sb 15

Die Trockenfläche. Der Kaffee liegt auf einer Loch-Folie damit er nicht mit Erde in Berührung kommt

 

sb 16
..die ganze Familie ist stolz auf die Ernte

..die ganze Familie ist stolz auf die Ernte